

𝔓𝔦𝔫𝔨 𝔊𝔬𝔱𝔥𝔦𝔠, 2026
Die Installation geht von einer konkreten Erinnerung an mein eigenes Jugendzimmer aus. Dort gab es Orte und Anordnungen von Gegenständen, die für mich eine besondere Bedeutung hatten. Nicht religiös, aber auf eine ähnliche Weise aufgeladen. Kleine private Rückzugsorte, die aus alltäglichen Dingen entstanden und Raum für Fantasie, Trost und Sehnsucht boten.
Pink erscheint in der Arbeit nicht als Thema, sondern als wiederkehrende Atmosphäre – im Licht, in den Gegenständen, im Bild und in den Erinnerungen selbst. Mich interessiert dabei weniger die Farbe als die widersprüchigen Bedeutungen, die sich mit ihr verbinden: Trost und Verletzlichkeit, Fantasie und Wirklichkeit, Rückzug und Beharrlichkeit.
Im Zentrum der Installation steht eine Figur, die durch einen fortlaufenden Pingpong-Prozess zwischen analogen und digitalen Verfahren entsteht und sich bei jeder Übersetzung verändert. In dieser Arbeit erscheint sie roh, überzeichnet und exponiert. Ihre übersteigerte Körperlichkeit verweist auf gesellschaftliche Projektionen und Zuschreibungen, gleichzeitig widersetzt sie sich ihnen durch ihren direkten, trotzigen Blick.
Die Installation verbindet Erinnerungsobjekte, Licht, Plüsch, Fundstücke und aktuelle Tageszeitungen zu einer persönlichen Landschaft. Die Zeitungen verankern die Arbeit in der Gegenwart und erinnern daran, dass sich die Welt nicht vollständig ausblenden lässt. Gleichzeitig versammelt die Arbeit Dinge, die Schutz, Trost und Fantasie versprechen, ohne die Verletzung verschwinden zu lassen.
Mich interessiert die Frage, wie diese widersprüchlichen Zustände gleichzeitig existieren können: Verletzlichkeit und Widerstand, Angst und Beharrlichkeit, Rückzug und Teilhabe. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Arbeit und nähert sich der Frage nach der provozierenden Macht der Ohnmacht.


Lehrmaterial, 2026
Im Zentrum dieser Installation steht eine weibliche Figur, mit der ich mich seit mehreren Monaten beschäftige.
Obwohl sie ursprünglich nur eine von vielen Zeichnungen war, kehre ich immer wieder zu ihr zurück. Sie erscheint in unterschiedlichen Arbeiten, Materialien und Verfahren und verändert dabei jedes Mal ihre Wirkung.
Für diese Arbeit wurde die Figur mehrfach übersetzt: von einer analogen Zeichnung über KI-generierte Transformationen zurück in verschiedene manuelle Bearbeitungsprozesse. Mich interessiert dabei, wie sich durch unterschiedliche Medien, Materialien und Formen der Weiterbearbeitung immer wieder neue Lesarten desselben Motivs ergeben. Obwohl die Figur auf derselben Vorlage basiert, kann sie verletzlich, roh, verstörend oder widerständig erscheinen.
Die Figur ist auf einer Kinderschultafel platziert und von Objekten und Materialien umgeben, die für mich zwischen Verletzlichkeit und Widerstand, Fürsorge und Kontrolle, Gefahr und Schutz stehen. Ein freistehender Rahmen fungiert dabei als Fenster oder Bildschirm. Er schafft Distanz und lädt gleichzeitig dazu ein, in die Situation hineinzuschauen.
Die Arbeit bewegt sich zwischen persönlichen Erfahrungen, gesellschaftlichen Prägungen und unterschiedlichen Formen von Reproduktion. Mich interessieren Fragen danach, wie man mit Verletzlichkeit und Erwartungen lebt, wie man sich Zuschreibungen gegenüber behauptet und wie eigene Räume entstehen können.


Arbeitsstand, 2026
Diese Figur begleitet mich seit längerer Zeit und taucht in unterschiedlichen Arbeiten immer wieder auf.
Die Zeichnung wurde auf eine Holzplatte übertragen, die später auch für weitere Übertragungs- und Druckprozesse verwendet wurde. Dadurch ist sie gleichzeitig Bild, Werkzeug und Zwischenstation.
Mich interessiert, wie sich ein Motiv durch Wiederholung, Materialwechsel und neue Kontexte verändert. Die Figur bleibt erkennbar und wird mit jeder neuen Version etwas anderes.
Der Titel versteht sich wörtlich: Die Arbeit zeigt keinen abgeschlossenen Zustand, sondern einen Ausschnitt aus einem fortlaufenden Prozess.


Rolle, 2026
Keramik und Textil, Robustheit und Zerbrechlichkeit, Schutz und Verletzlichkeit.
Mich interessieren Erwartungen an Geschlecht und gesellschaftliche Zuschreibungen.
Die Figur ist bewusst einfach, überzeichnet und cartoonhaft gezeichnet.
Die Arbeit bewegt sich zwischen Hülle und Figur und alltäglicher Banalität.
Die keramische Platte entstand in künstlerischer Kooperation mit der Keramikkünstlerin Adelina Shtavica.
Impressum, Angaben gemäß § 5 TMG:
Petja Siebenstein , auch bekannt als Petra Hummel, Neue Weinsteige 25b, 70180 Stuttgart - Deutschland -
E- Mail:: studio@petjasiebenstein.com
Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:: Petja Siebenstein (Petra Hummel), Adresse wie oben
