Gewächs bewegt sich zwischen Organismus, Spielzeugfigur und Projektion. Schläuche, Fundstücke, leuchtende Elemente und körperliche Anspielungen verbinden sich zu einer Gestalt, die zugleich vertraut und fremd erscheint.
Die Arbeit kreist um Vorstellungen von Körper, Geschlecht, Sexualität, Wachstum und Reproduktion. Biologische Prozesse treffen auf gesellschaftliche Erwartungen, Rollenbilder und kulturelle Zuschreibungen. Der Körper erscheint dabei als etwas Geformtes, Überformtes und zum Objekt gemachtes.
Das starre Puppengesicht entpersonifiziert die Figur und macht sie für mich auch etwas unheimlich.
Trotzdem spielt Humor ebenfalls eine Rolle. Phallische Anspielungen, wurmartige Formen und absurde Materialkombinationen erzeugen Momente zwischen Komik und Irritation. Das Spielerische steht dabei neben Fragen nach Kontrolle, Anpassung und den Bildern, die sich in Körper einschreiben.
Mich interessiert der Körper weniger als feste Form denn als Ort von Verwandlung. Gewächs zeigt ihn als etwas Wucherndes, Verletzliches und Widersprüchliches , als etwas, das ständig versucht wird zu kontrollieren und zu beschränken, dass sich aber nie vollständig kontrollieren oder eindeutig bestimmen lässt.