Die Installation bewegt sich zwischen Kindheit und Erwachsensein, Märchen und Wirklichkeit, Erinnerung und Verwandlung.
Ein Kleid hängt im Geäst wie eine zurückgelassene Hülle. Lange Haare fallen herab, als hätten sie sich von einem Körper gelöst. Darunter sitzt eine kleine Vogelgestalt auf Rädern, irgendwo zwischen Spielzeug, Begleiter und Märchenfigur.
Die verwendeten Materialien tragen unterschiedliche Assoziationen in sich. Das Geäst verweist auf Natur, Herkunft und Wachstum, kann aber ebenso als Bild für gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen gelesen werden. Das Kleid erinnert an Prinzessinnenbilder und Kindheitsfantasien, während die abgeschnittenen Haare zugleich Verlust, Veränderung und Selbstermächtigung andeuten.
Die roten Einschlüsse und Faserreste bewegen sich zwischen verschiedenen Bedeutungen. Sie erinnern an Schnee, Moos, Blüten oder Blut. Als Zeichen von Lebendigkeit, Verletzlichkeit und Transformation markieren sie Übergänge, ohne diese eindeutig festzulegen.
Zwischenreich erzählt keine konkrete Geschichte. Die Arbeit beschreibt vielmehr einen Zustand: den Moment, in dem etwas Vertrautes bereits zurückgelassen wurde und etwas Neues noch keine feste Form gefunden hat.